Landschaftsparks der Region Stuttgart

Die Landschaftsanalyse

Der erste Planungsschritt ist immer die Landschaftsanalyse, um den Aufbau einer Landschaft und auch deren geschichtliche Hintergründe zu verstehen. Damit schafft man das Fundament, auf dem das Leitbild für zukünftige Entwicklungen entsteht. Die Bestandsaufnahme widmet sich zunächst den historischen Entwicklungen: den Landschaftsnutzungen wie Wein- und Obstbau oder der Bebauung im Remstal während der Industrialisierung. Und man gewinnt den sogenannten ‚genetischen Code‘ der Landschaft, die Grundlage für eine harmonische Weiterentwicklung des Remstals. Deutlich wird, dass die Landschaft kontinuierlich vom Wirtschaften der Menschen geprägt wurde. Sie ist damit immer ein Spiegel der natürlichen Standortgegebenheiten im Zusammenspiel mit den technischen Möglichkeiten einer Epoche.

Das Remstal gliedert sich von West nach Ost in drei erkennbare Bereiche: Zwischen Remseck und Fellbach ist es vor allem die offene, fruchtbare Felderlandschaft, die von den ertragreichen Lößböden und der außergewöhnlichen Klimagunst profitiert. Die Landschaft ist hier geprägt vom ausgedehnten, offenen Neckarbecken und durch die urbanen Strukturen von Fellbach und Waiblingen. An den östlich angrenzenden Sonnenhängen des Keuperrandes bei Fellbach, Kernen, Korb, Weinstadt und Remshalden ändert die Landschaft ihr Gesicht, das Remstal wird enger. Hier dominieren der Weinbau und ausgeprägte Bergformationen wie der Kappelberg, der Korber und der Kleinheppacher Kopf.

Im weiteren Verlauf des Remstals werden die Hänge mit den Weinbergen von den Streuobstwiesen abgelöst. Winterbach, Schorndorf, Urbach und Plüderhausen sind im Frühjahr von wahren Blütenmeeren umgeben. Am jungen Oberlauf der Rems, in der Region Ostwürttemberg, zwischen Lorch und Schwäbisch Gmünd, bilden ausgedehnte Laubmischwälder das typische Landschaftselement. Mögglingen und Essingen stehen, umgeben von einer bäuerlichen Kulturlandschaft, schon ganz im Einflussgebiet der Ostalb mit ihren markanten Bergen.

Das Remstal zeigt sich bei allem Abwechslungsreichtum als wohl bewirtschaftete Kulturlandschaft. In den Auen der Rems und in den Hangwäldern sind noch naturnahe Bereiche konzentriert. Das Remstal ist aber auch ein wirtschaftlich starker Raum. Nicht zu übersehen sind die zahlreichen Gewerbegebiete in der Talaue. Diese sowie die notwendige Erschließung des Remstals durch die Bundesstraße und Bahnlinie haben negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Und auch auf die dort lebenden Menschen. Für sie gehören Verkehrslärm und zerschnittene Erholungsgebiete zum Alltag.

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